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Freitag, 07.08.2020

Erneut kleinere Waldbrände

Natur leidet unter Trockenheit

Wegen der Hitze und Trockenheit leidet die Natur in vielen Landesteilen erneut. In einigen Regionen gilt höchste Waldbrandgefahr. Der fehlende Regen macht sich zudem an den Talsperren bemerkbar.

Feurwehrleute bekämpfen im Naturschutzgebiet "Zonser Heide" zwischen Köln und Düsseldorf einen Waldboden-Brand. Eine größere Fläche stand in Flammen, verletzt wurde niemand. Bild: dpa

In den vergangenen Tagen brachen einzelne kleinere Waldbrände aus, die die Feuerwehren jedoch schnell unter Kontrolle brachten. In Nordrhein-Westfalen brannte zwischen Gangelt und Süsterseel (Kreis Heinsberg) ein Waldstück. Da sich das Feuer in das Erdreich gefressen hatte, dauerten die Löscharbeiten mehr als vier Stunden. Dazu wurde der Boden geöffnet und abgelöscht. Die Polizei ermittelt noch, wie es zu dem Feuer kam.

Waldbesucher werden zur erhöhten Vorsicht aufgerufen. Das Rauchen im Wald ist verboten. Zudem mahnen die Behörden, Zufahrtswege nicht durch Fahrzeuge zu blockieren und Autos nicht auf trockenem Bodenbewuchs abzustellen. Bild: dpa

Weiter östlich bei Düsseldorf brach im Naturschutzgebiet in der Zonser Heide ein Brand aus, der erst nach mehreren Stunden eingedämmt werden konnte. In Hessen brannte bei Wiesbaden ein Feld, bei Babenhausen kämpfte die Feuerwehr gegen Flammen im Wald. Die Brandursache steht jeweils noch nicht fest, aber klar ist, dass die anhaltende Trockenheit es dem Feuer sehr leicht machte. Auch in Brandenburg gab es kleinere Feldbrände. Zur schnellen Bekämpfung setzen die Waldbrandzentralen dort auf Videoüberwachung.

Wiederholt kommt es zu Feld- und Ackerbränden. Ein Feuerwehrmann löscht letzte Glutnester auf einem abgebrannten Stoppelfeld im brandenburgischen Madlitz. Bild: dpa

Hochauflösende Sensoren registrieren die Rauchwolken über den Baumkronen und melden dies an eine der Waldbrandzentralen. Diese informieren anschließend die Leitstellen. In Franken kreisen in den nächsten Tagen vermehrt Hubschrauber und Beobachtungsflugzeuge über den gefährdeten Wäldern. Dort und in vielen anderen Gegenden Deutschlands gilt die zweithöchste Alarmstufe, in Teilen Ostdeutschlands und in der Lüneburger Heide sogar die höchste Stufe. Im gesamten Juli kam vielerorts nur ein Drittel der durchschnittlichen Regenmenge zusammen.

Die Trockenheit schadet den Stadtbäumen. Daher sind wieder vermehrt Gießfahrzeuge unterwegs, wie hier in Stuttgart. Bild: dpa

Inzwischen verhängen erste Städte Grillverbote in Parks und anderen Grünanlagen, wie zum Beispiel Frankfurt am Main. Das trockene Gras kann sich blitzartig entzünden, die Flammen können auf Bäume überspringen. Viele Bäume an den Straßen und in den Parkanlagen leiden erkennbar an der Trockenheit. Bürgerinitiativen regen an, wie in den Vorjahren die Bevölkerung in den Stadtquartieren zu mobilisieren, die Bäume vor ihren Haustüren und in den eigenen Gärten regelmäßig zu wässern.

Ein bis zwei Gießkannen mit zehn Liter Inhalt pro Baum können an jedem Hitzetag schon einiges bewirken. Viele Städte setzen bei der Baum-Bewässerung verstärkt auf Gießfahrzeuge. Die Stadt Stuttgart hat inzwischen ihre "Gieß-Flotte" verdoppelt.

Wie bereits im vergangenen Jahr ist das Flussbett der Schwarzen Elster im brandenburgischen Senftenberg ausgetrocknet. Archivbild: dpa

Inzwischen macht sich die anhaltende Trockenheit insbesondere in Ostdeutschland auch bei den Gewässern bemerkbar. Vor allem an der Spree und an der Schwarzen Elster im Süden Brandenburgs sinken die Wasserstände immer mehr. Zum Spreewald hin und nach Berlin fließt damit weniger Wasser. Die Situation in den Wasserspeichern in Brandenburg und Sachsen ist angespannt. So ist die Talsperre Bautzen (Sachsen) etwa noch zu 60 Prozent gefüllt. Das führt auch dazu, dass die Spree weiter wenig Wasser hat.

Im Speicherbecken Bärwalde (Sachsen) stehen nur noch 13 Prozent des Speichervolumens zur Verfügung. Die Lage an der Schwarzen Elster ist noch prekärer. Zwischen Hoyerswerda (Bautzen) und Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) ist der Fluss ausgetrocknet. Ganz anders sieht die Lage im Süden Bayerns aus: Nach intensiven Regenfällen führten die Flüsse Hochwasser, wie beispielsweise die Isar. Die Pegel sinken dort jedoch wieder.

So heiß kann es am Sonntag werden. Nächste Woche geht die Hitze weiter.

Mit großflächigen und länger anhaltenden Regenfällen, die die Trockenheit lindern würden, ist in nächster Zeit nicht zu rechnen. Die Temperaturen bleiben mit 30 bis 36 Grad weiterhin auf hohem Niveau. Die Hitzewelle führt zu einer hohen Verdunstungsrate, an jedem sonnigen und heißen Tag verdunsten etwa 3 bis 4 Liter Wasser pro Quadratmeter.

(Ein Bericht von Tommy Kühnlein aus der WetterOnline-Redaktion mit Material von dpa)

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