Wetternews
Mauersegler auf Wetterflucht
Kälte zwingt Vögel zum Rückzug
Hunderte Schwalben und Mauersegler fliehen derzeit vor der ungewöhnlichen Maikälte. Da aufgrund des kalten Regenwetters der vergangenen Tage kaum Insekten unterwegs sind, gibt es für die Vögel nicht mehr genug Nahrung, sie drohen zu verhungern. Daher weichen die Tiere derzeit nach Süden aus, in der Hoffnung, dass es dort mehr Insekten für sie gibt. Viele Schwalben und Mauersegler sammeln sich derzeit an der Donau, wo gerade viele Insekten schlüpfen.
Mauersegler fliehen vor der Kälte
Mauersegler und Schwalben gehören mit ihren halsbrecherischen Flugeinlagen und den lauten, schrillen Rufen zum Sommer dazu. In diesem Jahr zwingt die ungewöhnliche Maikälte die Zugvögel jedoch zu einer sogenannten Wetterflucht. Bildquelle: dpa
Dies führt zu ungewöhnlichen Beobachtungen. Auf der Bundesstraße 388 bei Passau in unmittelbarer Nähe der Donau waren am Wochenende ganze Schwärme mit hunderten Schwalben und Mauerseglern unterwegs, die halsbrecherisch niedrig in hohem Tempo über die Fahrbahn flogen. Viele Vögel verschätzten sich dabei und kollidierten mit vorbeifahrenden Fahrzeugen. Die Straßenmeisterei stellte sogar ein Warnschild mit dem (handschriftlichen) Hinweis "Vögel" auf, um Autofahrer zur Vorsicht zu animieren. Dennoch kamen dutzende Tiere ums Leben.
Das Verhalten der Vögel ist an sich nichts ungewöhnliches: Mauersegler erreichen teilweise Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern und legen auf der Suche nach Futter leicht hunderte Kilometer zurück, sind also äußerst mobil. Eine Massenflucht vor kaltem Wetter in dieser Dimension ist jedoch sehr selten und ein deutlicher Hinweis darauf, wie außergewöhnlich die Maikälte in den vergangenen Tagen gewesen ist.