Anhaltende, heftige Schneefälle haben in Teilen Ostholsteins sowie Mecklenburg-Vorpommerns zu teils chaotischen Verkehrsverhältnissen geführt. Regional sind seit Samstag deutlich mehr als 20 Zentimeter Schnee gefallen, Lübeck meldet sogar schon fast 40 Zentimeter. Stürmischer Nordostwind türmt den Schnee in den betroffenen Gebieten teils weit über einen Meter hoch auf. Allein in Hamburg und Schleswig-Holstein wurden mehr als 100 Unfälle registriert, gebietsweise kam der Straßenverkehr sogar zum Erliegen.

| In lang gestreckten Bändern ziehen Schneeschauerketten von der Ostsee her landeinwärts. Das ausgeprägteste Schauerband erstreckt sich von der Lübecker Bucht knapp nördlich an Hamburg vorbei bis fast zur Weser. Eine zweite, nur wenig schwächere Schauerkette verläuft vom Greifswalder Bodden bis tief ins innere Mecklenburg. Bildquelle: WetterMaps |
In den schleswig-holsteinischen Kreisen Plön, Ostholstein und Segeberg sowie im niedersächsischen Kreis Harburg blieben die Schulen geschlossen. Eine Entspannung der Lage ist dort noch nicht in Sicht. Ursache der anhaltenden Starkschneefälle ist der so genannte "Lake Effekt": Dabei formieren sich von der Ostsee landeinwärts ziehende Schneeschauer zu schmalen, jedoch Dutzende von Kilometern langen Schauerketten, die immer wieder über die gleichen Orte hinwegziehen, so dass lokal enorme Schneemassen zusammenkommen.

| In Lübeck ziehen immer wieder Starkschneeschauer durch. In ihnen geht die Sichtweite teils unter 50 Meter zurück und weitere, erhebliche Neuschneemengen häufen sich in kurzer Zeit an. Es liegen teils bis zu 50 Zentimeter. Bildquelle: Niklas Meyer |
Der Begriff "Lake Effekt" beschreibt ein Wetterphänomen, das besonders in den Wintermonaten an großen Seen oder Meeresbuchten auftreten kann. Ursache ist ein starker, eisiger Wind, der auf seinem Weg über das vergleichsweise warme Wasser viel Feuchtigkeit aufnimmt. Dabei entstehen Quellwolken, die sich zu kräftigen Schauern ausbauen. Unterstützt wird die Bildung solcher Schauer durch sehr kalte Luft auch in höheren Luftschichten. Diese verleiht den emporquellenden Wolkentürmen zusätzlichen Auftrieb, sodass die Schauer noch heftiger werden.


