Die extreme Kältewelle nimmt in Teilen Europas dramatische Ausmaße an: Bis Freitag starben europaweit mehr als 200 Menschen bei Minustemperaturen, die teils neue Rekorde erreichten. Besonders kritisch ist die Lage in der Ukraine, wo nach einer weiteren Nacht mit Tiefstwerten von bis zu minus 33 Grad erneut 40 Menschen erfroren. Damit stieg die Gesamtzahl der Kältetoten allein dort auf über hundert. Über 50.000 Menschen suchten bisher Zuflucht einer der rund 3000 Notunterkünfte. Weitere sollen errichtet werden.

| In der Ukraine wurden 3000 Notunterkünfte errichtet, um Arme und Obdachlose vor dem Erfrieren zu bewahren. Warmes Essen und heißer Tee helfen dabei ebenfalls. Bildquelle: AFP |
Die extrem tiefen Temperaturen sind vor allem für obdachlose Menschen lebensbedrohlich. Auch in Polen lebten die meisten der inzwischen 37 Opfer auf der Straße. Aber auch in Deutschland und Italien gab es die ersten Kälteopfer. In der Nacht zu Freitag fiel die Temperatur in der Poebene auf minus 14 Grad. An der Adria gab es Rekordschnee von bis zu 50 Zentimeter. In der Toskana waren aufgrund des Winterwetters mehr als 2000 Menschen von Stromausfällen betroffen. Selbst in Rom schneite es und für Samstag wird noch mehr Schnee erwartet.

| Die Tiefstwerte am Freitagmorgen erreichten wieder verbreitet Werte unter minus 20 Grad. In Weißrussland und der Ukraine wurden verbreitet extrem eisige Temperaturen von bis zu minus 33 Grad gemessen. Bildquelle: WetterOnline Mitgliedschaft |
Auch Westeuropa erlebt sehr kalte Tage. Im Großraum London brachte der Winter 2 Zentimeter Schnee und strenge Nachtfröste von bis zu minus 14 Grad am Erdboden. In Frankreich gibt es in 41 von 101 Regionen Kälte- oder Schneewarnungen. Selbst in Marseille am Mittelmeer sank die Temperatur auf minus 4 Grad und am Wochenende wird es noch kälter, wenn in Ostfrankreich bis unter minus 15 Grad erwartet werden. Die Frostluft erreicht sogar die portugiesische Atlantikküste und spanische Städte wie Barcelona, Sevillia und Cordoba.
Auch in den nächsten Tagen hält die Kältewelle weiter an. Jedoch lässt die extreme Kälte in Osteuropa etwas nach, so dass dort zumindest Temperaturen von unter minus 30 Grad erst einmal nicht mehr zu erwarten sind.


