Die extreme Kältewelle fordert in Osteuropa immer mehr Todesopfer. Allein in der Ukraine erfroren mindestens 43 Menschen. Die meisten Opfer waren Obdachlose, die auf der Straße erfroren, einige wurden jedoch auch in ihren eiskalten Wohnungen gefunden. Wegen der Kälte wurden in der Ukraine mehr als 3.200 Schulen vorübergehend geschlossen, rund 400.000 Kinder hatten deshalb schulfrei. In Polen erfroren mindestens 15 Menschen. Russland drosselte seine Gaslieferungen nach Westeuropa wegen steigendem Eigenbedarf deutlich.

| Die Auswirkungen der Kälte in Polen zeigen sich nicht nur an einer gefrorenen Weichsel in Warschau. Da einige Wasserrohre durch den Frost barsten, mussten ganze Wohnsiedlungen ohne Wasser auskommen. Die Behörden ließen vielerorts Kohlefeuer in den Straßen aufstellen, damit sich die Passanten aufwärmen konnten. Bildquelle: AFP |
Am Schwarzen Meer und im östlichen Mittelmeerraum hat ein Unwettertief zu massiven Schneefällen geführt. In Istanbul fiel innerhalb eines Tages mehr als ein halber Meter Neuschnee. Der Verkehr in der türkischen Metropole brach stellenweise völlig zusammen, sogar Busse und Züge stellten ihren Betrieb zeitweise ein. Im Schwarzen Meer sank ein Frachter im Schneesturm mit meterhohen Wellen. 3 Besatzungsmitglieder konnten aus dem eiskalten Wasser gerettet werden, mindestens 8 Seeleute werden aber noch vermisst.

| Die Kältewelle ist bis zum Schwarzen Meer und ins östliche Mittelmeer vorgedrungen. Ein kräftiges Sturmtief verursachte dort einen Schneesturm, der auch Istanbul erfasste. Bildquelle: WetterOnline-Video |
Auch in Bulgarien meldeten die Behörden Rekord-Minuswerte. In 18 Städten, darunter der Hauptstadt Sofia, wurde die größte Kälte seit Beginn der Messungen vor hundert Jahren registriert. Am kältesten war es laut dem staatlichen Wetterdienst in Kneja im Nordosten, wo das Quecksilber auf minus 29 Grad fiel. Viele große Flüsse, darunter Donau, Weichsel und Oder beginnen inzwischen zu vereisen. In den kommenden Tagen dürfte dort die Schifffahrt deutlich behindert werden. Auch die Ostsee friert an immer mehr küstennahen Stellen rasch zu.


