Anstieg der Treibhausgase seit 1978   | Bildquelle: IPCC - Nur bei den als "Ozonkillern" bekannten Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffen erfolgte nach 1990 kein nennenswerter Anstieg mehr. Der Anteil von Kohlendioxid und von Stickoxiden hat dagegen kontinuierlich zugenommen. Im Jahr 2007 wurde auch ein neuerlicher Anstieg der Konzentration des Treibhausgases Methan in der Atmosphäre registriert. |
In der Summe habe sich somit ein zusätzlicher Erwärmungsantrieb durch Treibhausgase von 1,06 Prozent im Vergleich zu 2006 ergeben,
teilte die WMO mit. Die Organisation dokumentiert den Anteil von Treibhausgasen in der Lufthülle und veröffentlicht seit 2004 jährlich einen
Bericht darüber. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts hat sich demzufolge allein die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre um 37 Prozent erhöht.
In diesem Anstieg sieht die Mehrzahl der Klima-Wissenschaftler den Grund für die gleichzeitige
globale Erwärmung
der Erdatmosphäre um knapp 0,8 Grad.
 
Besonders beunruhigend erscheint die Tatsache, dass im Jahr 2007 auch der Anteil von Methan in der Atmosphäre wieder so stark zugenommen hat
wie zuvor seit 1998 nicht mehr. Die gasförmige Kohlenwasserstoffverbindung trägt zu rund 16 Prozent zum Treibhauseffekt bei.
Als Ursache für den 2007 ermittelten neuerlichen Anstieg kommt ein außergewöhnlich warmes Jahr in den Sümpfen Sibiriens ebenso in Frage
wie sich auflösendes Methan-Eis am Meeresboden.
Temperaturabweichungen im Jahr 2007   | Bildquelle: NOAA - Die Karte zeigt, dass die Jahresmitteltemperatur 2007 in Sibirien verbreitet um 4 bis 5 Grad über dem langjährigen Mittel lag. Dadurch ist es im methanhaltigen Permafrostboden in der Tundra im Sommer zu wesentlich stärkeren Auftau-Prozessen gekommen als normalerweise. Möglicherweise liegt hierin eine Hauptursache für die gemessene Zunahme von Methan in der Atmosphäre im gleichen Jahr. |
Weniger düstere Nachrichten kommen dagegen von einer anderen jüngst veröffentlichten Studie:
Nach Angaben der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) nimmt der afrikanische Kontinent derzeit mehr
Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf, als er produziert. Ausgedehnte Wald- und Savannenflächen tragen demzufolge
offenbar zur Reduzierung des Treibhauseffektes bei.
Tropischer Regenwald   | Bildquelle: Public Domain - Bäume tragen über die Photosynthese ihrer Blätter dazu bei, Kohlendioxid aus der Luft zu filtern. Die großen Urwälder der Erde werden daher auch als "Kohlenstoff-Senken" bezeichnet. Durch massive Abholzung sind die urwaldbedeckten Flächen der Erde bereits deutlich geschrumpft. Darüber, dass zum Schutz des Klimas eine weitere Rodung gestoppt werden sollte, herrscht weitgehende Übereinstimmung. |
Am 1. Dezember beginnt in Posen
die 14. UN-Klimakonferenz.
Auf dem Welt-Klima-Gipfel wird es hauptsächlich darum gehen, ein Abkommen vorzubereiten, welches die Abmachungen des
2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz fortschreibt und in vielen Punkten verschärft.
Die beiden oben beschriebenen Studien werden in die dortigen Diskussionen ebenso einfließen wie
die Sachstandsberichte des IPCC
und noch vorhandene
Zweifel am weitgehend anthropogenen Einfluss
auf die Erderwärmung.
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