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Sonntag, 16.07.2017

Halbzeitbilanz Sommer

Der Norden bisher benachteiligt

Die Süddeutschen können sich über den Sommer bisher nicht beschweren. Viele Norddeutsche haben dagegen das Gefühl, dass dieser gar nicht mehr in Schwung kommt. Doch an den Temperaturen allein liegt das nicht.

Urlauber an den Küsten haben bisher noch kein richtig schönes Badewetter erlebt. Trotzdem war es oft warm genug, um im kühlen Nass wie hier im Ostseebad Wustrow zu planschen. Bild: Tommy Kühnlein

Das wechselhafte Wetter seit Anfang Juni mag zwar viele überraschen und nerven, aber so schlecht wie sein Ruf ist dieser Sommer bisher nicht! Der Juni war mit einer Mitteltemperatur von 18 Grad der viertwärmste seit Messbeginn im Jahr 1881. Auch wenn dazu besonders der äußerst warme Süden beigetragen hat, war es auch in Norddeutschland wärmer als im Mittel. Nach einem kühlen Start bescherten uns Richtung Monatsmitte mehrere Hochdruckgebiete erste heiße Tage. Erst seit dem Monatswechsel wurde es kühler.

Der Juni übertraf mit 18,0 Grad das Mittel der letzten 30 Jahre um gut zwei Grad. Damit war er der wärmste Juni seit dem Hitzesommer 2003.

Seither wurde die 25-Grad-Marke im Norden nur noch zwischen dem 6. und 9. Juli regional erreicht. Oft zeigte das Thermometer lediglich um 20 Grad an. In Süddeutschland ging es etwas früher wieder steil bergauf. Besonders am Rhein und in Teilen Bayerns gab es heiße Tage über 30 Grad. Aber auch nach Durchzug von Wetterfronten nach dem 10. Juli lagen die Temperaturen meist im angenehmen Bereich von 23 bis 28 Grad. Tatsächlich störte eher der wechselhafte Wettercharakter: Tiefs schickten immer wieder Wolken, Regen und Gewitter zu uns.

Für unseren subjektiven Eindruck einer Jahreszeit ist die Sonnenscheindauer meist wichtiger als die Temperatur. Im Norddeutschen Tiefland und im Osten gab es viele Regentage, dennoch lag die Sonnenscheindauer im Juni im Bereich des langjährigen Durchschnitts. In der ersten Julihälfte machten dichte Wolken der Sonne im Norden selten mal länger Platz, sodass es sich bei Höchstwerten um 20 Grad schon teilweise herbstlich anfühlte.

Im Süden liegt die Temperaturabweichung schon in der ersten Julihälfte ein bis zwei Grad über dem langjährigen Mittel. Von Ostniedersachsen bis zur Ostsee und Oder dagegen war es bisher mehr als zwei Grad kühler.

Eine längere Schönwetterperiode mit schweißtreibenden Temperaturen ist jedoch in Mitteleuropa eher die Ausnahme. Vielmehr prägt der Atlantik das Klima in Deutschland. Daher zeichnet sich die Witterung vornehmlich durch den raschen Wechsel von Hochs und Tiefs aus. Und den Sommer 2017 sollten die Norddeutschen noch nicht abschreiben. Zwischen August und Mitte September sind noch wochenlang Sonne und Sommerwärme möglich, auch wenn dies ebenfalls nicht normal wäre.

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