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Montag, 20.03.2017

Langzeitprognosen unter der Lupe

Wie wird der Sommer?

Kaum hat der Frühling begonnen, werden auch schon wieder die ersten Spekulationen über den kommenden Sommer laut. Wird das Wetter schön, heiß oder steht uns womöglich wieder ein Unwettersommer ins Haus?

Sommerstimmung wie im Bilderbuch: Blauer Himmel, Sonnenschein und angenehm warme Luft zur Erntezeit. So lässt sich Sommerwetter auch von hitzeempfindlichen Personen gut ertragen.

Wir erinnern uns: Immer wieder haben in den letzten Jahren selbsternannte Wetterexperten absurdeste Wortschöpfungen für ihre sogenannten Sommerprognosen zum Besten gegeben. So war im Frühjahr 2015 von einem drohenden "Gruselsommer" die Rede, der grau, nass und kalt sein würde. Doch mit Ankunft der ersten Hitzewelle wurde er umgehend zum "Saharasommer" befördert. Dabei störte auch keineswegs, dass seit dem legendären Hitzesommer 2003 schon eine ganze Armada von Saharasommern und kaum weniger Grusel- oder Schaukelsommer ins Land gegangen waren.

Sonne pur und brütende Hitze. Was für viele der Inbegriff eines "richtigen" Sommers ist, wird von Medien gern zum "Saharasommer" gekürt, auch wenn es hierzulande meist nur um eine überschaubare Zahl heißer Tage geht. Bild: dpa

Im Herbst desselben Jahres war es dann der Haslinger Sepp, der im Vertrauen auf die "untrüglichen" Blütenstände der Königskerze einen nahenden Jahrtausendwinter verkündete. Tatsächlich war der Winter 2015/16 jedoch ein Totalausfall. Aber auch der von einem experimentellen Langfristmodell des amerikanischen Wetterdienstes prophezeite Durchschnittssommer 2016 mauserte sich in vielen Regionen Mitteleuropas zu einem Unwettersommer der Superlative. Was also erwartet uns dieses Jahr? Gibt es endlich mal wieder einen nur schönen und warmen Sommer?

Schwere Unwetter gingen im Sommer 2016 nieder und verwüsteten regional ganze Ortschaften, wie hier das niederbayerische Simbach. Bild: dpa

Die Antwort ist einfach, auch wenn sie nicht wirklich in unsere schlagzeilenhungrige Zeit passen mag: Man weiß es noch nicht! Der Grund dafür liegt im sogenannten "Chaos-Prinzip", einem physikalischen Phänomen, dessen Kernbotschaft besagt, dass schon minimale Störungen an einem Ort der Welt an einem ganz anderen Ort völlig andere und daher auch weitgehend unberechenbare Folgen nach sich ziehen können. Daraus folgt: Wetter kann nur für einige Tage exakt vorhergesagt werden. Langfristprognosen scheitern immer am Chaos-Prinzip.

Drohend schieben sich Unwetterwolken über den Himmel. Schwülheiße Luft entlädt sich häufig in schweren Gewittern. Ob auch der kommende Sommer zum Unwettersommer gerät, bleibt abzuwarten. Immerhin trifft es nicht jeden Ort.

Zur Ehrenrettung der Langfristmodelle sei aber erwähnt, dass sie die Entwicklung großräumiger Strömungsmuster bis zu einem gewissen Grad zumindest tendenziell durchaus anzudeuten vermögen. So kann anhand bestimmter Witterungsabläufe grob berechnet werden, ob eher trockene oder feuchte Witterung folgt und wie sich diese auf die Temperaturen auswirkt. Das Wetter einzelner Tage lässt sich aber keinesfalls bestimmen.

Badewetter entschädigt alle, die zur Ferien- und Urlaubszeit nicht verreisen können. Auch im Freibad oder am Badesee lässt sich gut entspannen. Bild: dpa

Ob wir uns also auf einen Gruselsommer, einen Saharasommer oder nur auf einen ganz normalen Schaukelsommer einstellen müssen, bleibt erst mal abzuwarten. Erst wenn sich Ende Juni und Anfang Juli im sogenannten Siebenschläferzeitraum die großräumigen Strömungsmuster des Hochsommers einstellen, wird eine erste, grobe Tendenz erkennbar, wohin die Reise im Sommer 2017 wohl geht. Und selbst dann kommt es immer noch darauf an, wie sich die sommerlichen Hochs und Tiefs sortieren und wo genau sie letztlich zu liegen kommen. Es bleibt also spannend.

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