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Mittwoch, 23.08.2017

Wetter verstärkt Ebbe und Flut

Extreme Gezeiten um Südamerika

Seit einer Woche werden an den Küsten Südamerikas immer wieder extreme Gezeitenunterschiede beobachtet. Erst zog sich das Meer zurück, dann krachten extreme Wellen auf die Strände, bevor sie erneut trocken fielen.

Weite Areale des Strandes bei Montevideo in Uruguay sind am Montag zum zweiten Mal binnen einer Woche trockengefallen. Boote liegen auf Grund und das Meer hat sich weit zurückgezogen. Bild: Praia Ramírez via Facebook

Als sich der Atlantik Mitte letzter Woche bei Ebbe hunderte Meter weit von den Stränden zurückzog, fürchteten Küstenbewohner in Uruguay und im benachbarten Brasilien schon, dass sich ein Tsunami zusammenbraut. Allerdings war kein Erd- oder Seebeben vorausgegangen, die Sorge erwies sich als unbegründet. Dennoch krachte die folgende Flut mit Rekordwellen über die Küsten herein und richtete erhebliche Schäden an. Anfang dieser Woche hat sich das Wasser erneut außergewöhnlich weit zurückgezogen, wieder sind weite Strandareale trockengefallen.

Zwischenzeitlich war es in Uruguay zu einer extremen Springflut gekommen, die vielerorts sogar die Strandbefestigungen beschädigte. Bild: Fabiano Reginaldo via facebook

Aber was hatte die außergewöhnlichen Gezeitenunterschiede ausgelöst? Einerseits hat die aktuelle Neumondkonstellation die Tiden verstärkt, denn wenn Sonne Erde und Mond wie etwa bei der Sonnenfinsternis am Montag in einer Linie stehen, wirken die Gezeitenkräfte stärker als sonst. Andererseits hat aber offenbar auch eine ungewöhnliche Wetterlage Ebbe und Flut weiter aufgeschaukelt, sodass sich mehrfach Springfluten entwickeln konnten, die von besonders markanten Niedrigwassern abgelöst wurden.

Südlich von Kap Hoorn, aber auch im Südpazifik toben derzeit sehr starke Orkane. Diese peitschen enorme Wellen auf, die sich tausende von Kilometern vom Sturm entfernen können. Die riesigen Wellen in Uruguay können also auch mit diesen Stürmen zusammenhängen.

Kurioserweise geht es derzeit aber auch an der südamerikanischen Pazifikküste sehr turbulent zu. So hat der Seewetterdienst in Chile für die Zeit vom 22. bis zum 27. August eine Warnung vor fünf Meter hohen Wellen herausgegeben. Neben der Wetterlage wird darin explizit auch auf die Neumondkonstellation hingewiesen, in deren Zuge es in den USA zu der Sonnenfinsternis gekommen ist. Die Bürger wurden aufgefordert, die unmittelbare Nähe zur Küste zu meiden, Surfern und Seglern wird empfohlen, sicherheitshalber auf Wassersport zu verzichten.

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