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Klimawandel

Donnerstag, 29.08.2013

Klimaerwärmung stagniert

Kühler Pazifik mögliche Ursache

Seit etwa 15 Jahren stagniert die globale Erwärmung. Über die Ursachen für diese Stagnation waren die Forscher lange uneins. Jetzt haben Klimaforscher eine überraschende Theorie: Eine kühle Meeresströmung auf dem Pazifik soll für das Stocken der Klimaerwärmung verantwortlich sein.

La Nina: Eine kalte Meeresströmung im Pazifik. Klimaforscher sehen sie als eine mögliche Ursache für die ins Stocken geratene Erderwärmung an. Bildquelle: AFP

Seit 1998 ist die weltweite jährliche Durchschnittstemperatur nicht mehr signifikant angestiegen. Während von den siebziger Jahren bis Ende der neunziger Jahre einen Anstieg um etwa 0,5 Grad gegeben hat, stagnierte der Anstieg in den 15 Jahren danach. Dennoch ist die globale Durchschnittstemperatur weiterhin auf einem hohen Niveau geblieben. Das bislang wärmste Jahr war 2010, gefolgt von 1998. Die Stagnation überraschte auch viele Experten: Nun scheint eine mögliche Ursache gefunden.

Die globale Erwärmung stagniert

Die Grafik zeigt die globale Erwärmung seit 1880. Zunächst geht die Kurve stetig aufwärts, ab dem Jahr 2000 ist dann eine Stagnation erkennbar. Bildquelle: NASA/Public Domain

Im Pazifischen Ozean hat es seit dem Jahr 2000 ungewöhnlich viele kalte Meeresströmungen gegeben. Dieses Phänomen wird La Nina genannt und ist die "kalte Schwester" der deutlich bekannteren warmen Strömung El Nino. Es ist eine Meeresströmung, die durch ungewöhnlich starke Passatwinde ausgelöst wird. Diese Winde treiben das warme Oberflächenwasser nach Westen in Richtung Australien und Südostasien. Vor Südamerika fließt kaltes Tiefenwasser nach und kühlt im weiteren Verlauf einen Großteil des westlichen Südpazifiks.

Diese Abkühlung des Oberflächenwassers kühlt auch die Atmosphäre darüber und hat Auswirkungen auf das Wetter weltweit. Klimaforscher glauben, dass Auswirkungen des gehäuften Auftretens von La Nina so weitreichend sind, dass sogar die globale Klimaerwärmung abgeschwächt wurde. Dennoch bleiben einige Fragen offen: Es ist unklar, warum es so viele La Nina in den letzten Jahren gegeben hat. Außerdem wurde der Einfluss von möglichen anderen Faktoren, wie die Smogglocke über Asien oder die geringe Sonnenaktivität nicht berücksichtigt.

Der La Nina von 2007

Die Karte zeigt die Temperaturabweichungen auf dem Pazifik im November 2007. Deutlich ist die negative Abweichung der Wassertemperaturen auf dem zentralen Pazifik erkennbar, die durch La Nina verursacht wird. Bildquelle: NASA/Public Domain

Falls die Theorie der Klimaforscher stimmt, kann sich das globale Klima in den kommenden Jahren auch wieder plötzlich erwärmen, falls wieder gehäuft El Nino-Ereignissen auftreten sollten. Ob der Einfluss der Pazifischen Meeresströmungen auf unser Klima aber wirklich "des Rätsels Lösung" oder nur einer von vielen Faktoren auf unser Klima sind, muss abgewartet werden. Das bisher zweitwärmste Jahr 1998 ging übrigens mit einem rekordstarken El-Nino-Ereignis einher.

Der Super-El-Nino von 1998

Die 3D-Karte zeigt die Temperaturabweichungen im Pazifik im Jahre 1998 und die Wolken. Die gewaltige Wärmeblase, die vom Zentralpazifik bis vor die Küste Südamerikas reicht, ist nicht zu übersehen. Auch die enormen Wolkentürme mit schweren Unwettern über Südamerika sind gut zu erkennen. Bildquelle: NASA/Public Domain

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