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Klimawandel

Mittwoch, 09.12.2009

Klimakonferenz: Abtastphase

Durchbruch frühestens zum Ende

In Kopenhagen werden dieser Tage die Beratungen über ein neues globales Abkommen zum Schutz des Weltklimas fortgesetzt. Die Verhandlungen erfolgen derzeit noch auf Fachebene. Dabei werden die teils sehr unterschiedlichen Positionen der Teilnehmerländer ausgetauscht. Entscheidende Durchbrüche sind in der Anfangsphase der Konferenz noch kaum zu erwarten. Hinter vorgehaltener Hand heißt es aus Diplomatenkreisen: "Wer zuerst Zugeständnisse macht, hat verloren."

Ab dem 16. Dezember finden die Gespräche dann auf Ministerebene statt. Auch zahlreiche Staats- und Regierungschefs wollen in der Schlussphase zum Klimaschutzgipfel anreisen, darunter US-Präsident Obama und Bundeskanzlerin Merkel. Ein Ziel der Verhandlungen besteht darin, ein verbindliches Kyoto-Nachfolgeabkommen fertig auszuhandeln.

Szenarien der möglichen Erderwärmung

Bildquelle: IPCC - Im ungünstigen Fall, also ohne entschlossene Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemission, setzt sich die Erwärmung unseres Planeten nach Einschätzung des Weltklimarats bis zum Ende des Jahrhunderts dramatisch fort.

Dieses erste verbindliche Klimaschutzabkommen war im Dezember 1997 nach jahrelangen Verhandlungen im japanischen Kyoto vereinbart worden und trat schließlich 2005 in Kraft. Es sieht vor, dass die Industriestaaten ihren Treibhausgasausstoß bis zum Jahr 2012 um insgesamt fünf Prozent verglichen mit dem Stand von 1990 verringern. Trotz der Regelung hat die Emission klimaschädlicher Treibhausgase seither jedoch nicht abgenommen.

Nach kürzlich veröffentlichten Daten stiegen die globalen jährlichen Kohlendioxid-Emissionen von 1990 bis 2008 um fast 40 Prozent an. Zahlreiche internationale Verhandlungen im Vorfeld von Kopenhagen hatten ans Licht gebracht, dass eine umfassende Einigung nur sehr schwer zu erreichen sein wird. Die Bundesregierung dringt jetzt als Minimallösung auf verbindlich vereinbarte Eckpunkte, die dann in den Monaten nach der Klimakonferenz konkret ausgestaltet werden sollen.

Andererseits möchte keine Nation in der Öffentlichkeit als Bremser da stehen. So hatte es unmittelbar vor der Konferenz einige überraschende Ankündigungen gegeben, die wieder einen gewissen Optimismus aufkeimen ließen. Realistisch erscheint derzeit nur, dass die Abschlusserklärung von Kopenhagen ein klares Absichtsbekenntnis der teilnehmenden Staaten zum Klimaschutz enthalten wird. Voraussichtlich wird das gemeinsame Ziel bekräftigt, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

Ohne einen verbindlichen juristischen Rahmen, konkrete Regelungen zur Aufteilung der Kosten und unmissverständliche Pläne zur Umsetzung nach wissenschaftlichen Vorgaben wäre damit allein jedoch nicht viel gewonnen. Das gleiche Ziel hatte auch schon das Luxemburger Ratstreffen im Juni 1996 beschworen, danach wurde es unter anderem in der Runde der acht führenden Industriestaaten auf ihrem Gipfeltreffen im italienischen L'Aquila zusammen mit den wichtigen Schwellenländern China, Indien, Brasilien und Mexiko bekräftigt.

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